Elektromobilität an der Hochschule Hannover

Praxiserfahrungen mit Pedelecs und E-Bulli

Ob Elektroautos, Pedelecs oder umgebaute Bullis, das Thema Elektromobilität ist an der Hochschule Hannover sehr stark vertreten. In unseren Beiträgen zeigen wir die Unterschiede zwischen einem gewöhnlichen E-Bike und einem Pedelec, wir begleiten Maschinenbau-Studenten bei dem Umbau eines alten Bullis mit Verbrennungsmotor zu einem Elektroauto und wir stellen das Pedelec-Café vor. Die Gestaltung der Verleihstation haben zwei Studentinnen des Studiengangs Innenarchitektur übernommen.

Transkript: Praxiserfahrungen mit Pedelecs

Transkript: Praxiserfahrungen mit Pedelecs

Pedelecs sind die Fahrräder, die einen Elektromotor haben. Beim Pedelec wird der Elektromotor nur beansprucht, wenn man in die Pedalen tritt. Im Gegensatz zum E-Bike, wo man einen Drehgriff hat wie beim Moped. An sich gibt ein Pedelec nur eine Unterstützung beim Fahren.

Wir haben hier einen Rollenprüfstand für die Pedelecs. Rollenprüfstände werden hauptsächlich aufgebaut, damit man den Verbrauch ermitteln kann, welche Komponente man effizienter machen könnte, in erster Linie Akkus, welchen Wirkungsgrad gibt es, damit man das später verbessern kann.

Dieser Antriebsmotor simuliert die Trittfrequenz von Menschen. Dieser Bremsmotor simuliert Widerstände, zum Beispiel Windwiderstand, Rollwiderstand oder den Steigungswiderstand. Das können wir alles mit Hilfe des Computers einstellen und dann wird  das simuliert. Dann müssen wir natürlich das Pedelec anmachen und dann können wir hier noch verschiedene Einstellungen machen. Hier können wir ein Profil aussuchen und dann kann man es starten. Weiß ist die Soll-Geschwindigkeit, rot ist die Ist-Geschwindigkeit. Zusätzlich können wir hier an der Stromzange sehen, wie viel Strom wir aktuell verbrauchen und wie viel Spannung. Daraus errechnet sich die Wirkleistung von dem Motor, also wie viel gerade von dem Akku gezogen wird und hier kann man die Leistung von dem Fahrrad sehen. Am Ende wird das Ganze gespeichert und dann kann man den Verbrauch ausrechnen, was das Fahrrad im Endeffekt verbraucht.

Gegenwärtig haben wir in Hannover vier Stationen wo Sie sich die Pedelecs leihen können, unter anderem hier an der Hochschule in der Bismarckstraße 2 im Pedelec-Café. Bevor ein Pedelec zum Verleih rausgeht, wird eine Checkliste abgehakt und durchgegangen ob alles okay ist. Damit dann keine kleinen Unfälle passieren können und danach geht es los. Man hat plötzlich den Berg nicht mehr oder den Gegenwind nicht mehr. Das macht einfach auch Spaß mit einem Pedelec zu fahren, weil man diese Hindernisse nicht so hat.Da sieht man sofort den Unterschied, wenn man normale Fahrräder überholt, dass man viel weniger Kraft investiert.

Man muss ganz ehrlich sagen, die Nachfrage ist immens groß. Sie sehen den Vorteil, dass sie ihr Auto nicht unbedingt brauchen und man darf auch nicht verkennen, in Hannover ist man mit solch einem Pedelec wesentlich schneller als mit dem Auto oder mit der Stadtbahn oder mit dem Bus.

Transkript: Praxiserfahrungen mit dem T3

Transkript: Praxiserfahrungen mit dem T3

Ich bin Andreas Deschka und studiere an der Hochschule Hannover Maschinenbau. Ich bin Student an der Hochschule Hannover in der Fakultät zwei, Abteilung Maschinenbau und befinde mich im sechsten Semester. Es war am Anfang die Idee irgendein Auto zu nehmen, das umzubauen auf E-Antrieb. Von einem Verbrennungsmotor auf einen Elektromotor umzurüsten. Um das Fahrzeug dann rein elektrisch betreiben zu können, um es dann später auch straßenfähig zu machen. Am Anfang war die Frage welches Auto nehmen wir, mit welchem Auto kommen wir wie weit. Dann ist man auf einen T3 gekommen, da man dort 34 Akkus verbauen konnte.Passt viel rein und auch im Motorraum konnte man den Elektromotor samt Leistungselektronik sicher verstauen. Das war bei dem T3 ideal.

Das Projekt läuft schon seit vier Semestern. Zunächst einmal standen wir vor einem halbfertigen Fahrzeug, da waren schon einige Teams dran. Wir hatten zwar schon zahlreiche Komponenten vor Ort, zum Teil waren sie auch schon eingebaut. Die Herausforderung bestand darin, dass man sich erst einmal in das Projekt hinein finden musste. Also den Stand, gerade bei so einem Projekt, wo man irgendetwas einbauen muss. Wir hatten die Herausforderung, diese ganzen Komponenten wirklich in das Fahrzeug zu integrieren, um das Fahrzeug wirklich rein elektrisch betreiben zu können, sodass es auch aus eigener Kraft fahren kann Zusammen mit Professor Gusig sind wir die Gründungsväter des Projektes. Bei mir war es mehr Neugierde, einfach mal festzustellen, wie komplex ist das Thema Elektromobilität tatsächlich. Er sprach uns eigentlich an, er fragte uns ob es nicht möglich wäre ein ganz normales Verbrennungsfahrzeug in ein Elektromobil umzubauen. Also von daher ist es ein besonderes Projekt. Es stellt die Studenten vor eine durchaus große Herausforderung, das jetzt wirklich mal umzusetzen an einem Fahrzeug was ja auch viel Geld kostet, einfach mal zu probieren.Wir haben wirklich einen großen Schritt geschafft. Wir haben das Fahrzeug wirklich dann letztendlich zum Fahren gebracht, rein elektrisch.

Ja, ist schon toll, ich habe selber auch einen alten Bulli, der hat einen ganz normalen Dieselmotor. Dieser neue Elektroantrieb ist auf jeden Fall schneller als mein alter Dieselmotor. Der fährt ganz zügig. Noch haben wir einen verhältnismäßig kleinen 44kW- Motor drin und man kann hier auf dem Parkplatz so beschleunigen, dass man auf jeden Fall kein Verkehrshindernis ist. Das Ding dann selber zu fahren draußen, hat schon Spaß gemacht. Ist schon was tolles, das das Projekt jetzt auch erfolgreich weitergeführt wird.Jetzt ist es so, dass die Komponenten jetzt verbaut sind aber teilweise noch ziemlich provisorisch. Jetzt geht es in die Richtung, es jetzt auch zu einer Straßenzulassung zu bekommen. Dementsprechend sehen wir uns mit den Herausforderungen konfrontiert, das Ganze auch sicher und technisch einwandfrei zu gestalten.

Ich bin in der Tat wirklich stolz auf die Studierenden, die das hier geschafft haben das wirklich umzusetzen, das ist eine tolle Sache. Das war vorher nicht unbedingt abzusehen. Es hat geklappt und das freut mich.

Transkript: Praxiserfahrung bei der Gestaltung

Transkript: Praxiserfahrung bei der Gestaltung

Es ist für uns ein sehr schönes Gefühl, es ist sehr neu, dass wir jetzt erstmalig hier am Standort auch eine Cafesituation für die Studierenden haben, das ist das eine Neue. Das zweite Neue ist, dass das Pedelec Café auch wirklich in den Betrieb gegangen ist. Das heißt das die Studierenden sich Fahrräder ausleihen können, auch kostenfrei. Das ist natürlich eine tolle Sache.

Und das alles noch in einem angenehmen Ambiente. Das ist also nicht nur ein Laborraum, der es vorher war, sondern dass es jetzt eine schöne Atmosphäre ist, wo man auch mal ein paar Minuten verweilen kann und das Umfeld aufnehmen kann. Die Kollegen vom Projekt sind zu mir gekommen und haben gesagt „ihr habt doch bestimmt ein paar Studis, die uns einen Entwurf machen können für unser Pedelec Café.“  Das war toll, sowas lieben wir. Ich hatte große Bedenken, in den Ferien, in der vorlesungsfreien Zeit wollen die Studenten sich erholen. Es haben sich 15 Leute gemeldet, die dann in sieben Gruppen quasi gegeneinander angetreten sind.

Es war von Anfang an super interessant, weil man wusste, dass es eine Chance gibt, dass das ganze umgesetzt wird. Das ist bei den meisten Projekten nicht der Fall. Ich fand die Aussicht, dass das Projekt nur einen begrenzten Zeitraum hat und dann auch auf jeden Fall umgesetzt wird, fand ich total spannend. Wir hatten dann sieben abgegebene Konzepte und die haben wir uns alle sehr ausführlich angeguckt, die wurden ja auch direkt vorgestellt von den Studenten und Studentinnen. Es ging relativ schnell, dass wir drei Konzepte daraus entdeckt haben, die uns von dem Ambiente her überzeugt hatten.

Danach kam zuerst die Herausforderung, dass man aus drei Sachen eine macht. Ich hab mich auf jeden Fall gefreut, aber trotzdem wusste man auch, dass es nicht einfach wird drei Entwürfe, wo ganz viele Gedanken und Ideen hinter stecken,  zusammen zu bringen. Es wird sehr gut angenommen. Sowohl der Cafebetrieb, das sind oft Studierende aber auch Mitarbeiter, die diese neue Infrastruktur gerne nutzen. Das wird gerne angenommen und auch viel. Dieser Verleih ist ja auch total ausgebucht und auch das Café wird als weiteres Element total angenommen hier an der Fakultät.

Zwischen, vor und nach den Vorlesungen kommen die Studenten und holen sich dann einen Kaffee, auch die Dozenten und Professoren. Jetzt beruhigt mich das total, dass das angenommen wird und auch wertgeschätzt wird. Das ist total schön.Wenn das gelingt, was kann einem besseres passieren.