Produktentwicklung vom ersten Tag an

Wie Ideen in die Praxis umgesetzt werden

Eine hohe Praxisorientierung, Lerngruppen, intensive Betreuung und viel Wahlfreiheit bei den Studienschwerpunkten – das sind die Grundpfeiler des international ausgerichteten Studienkonzeptes der FHDW. Wir stellen eines der vielen Projekte vor, die dich während deines Studiums hier erwarten können.

13.02.2017
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4 Fragen zur Praxisphase

Prof. Müller-Siebers klärt auf

Transkript: Einen Schlitz tiefer

Transkript

Es muss nicht immer die Erfindung des Rads sein, um die Welt für alle einfacher zu machen. Manchmal reicht eine Idee, die die Dinge um einige Zentimeter verschiebt. So wie die von Daniel Frels, Student der Fachhochschule für die Wirtschaft. In seinen studienbegleitenden Praxisphasen bei Höft und Wessel macht er Fahrkartenautomaten behindertengerecht.

Andrea Hamman, Beauftragte der Landeshauptstadt Hannover für die Belange von Menschen mit Behinderung: „Es ist total wichtig, weil es eine selbstständige Lebensführung ermöglicht. Und jeder Mensch mit Behinderung – egal welcher – möchte selbstständig Fahrkarten oder andere Dinge kaufen und man braucht kreative neue Ideen. Es gibt sicherlich sehr viele Gegebenheiten, die man nicht ändern kann. Aber warum soll nicht ein Geldschlitz ein bisschen tiefer sein?! Das ist für den Menschen, der stehen und gehen kann,  keine Benachteiligung. Der kann ihn ja auch nutzen. Man muss Lösungen finden, die für alle gut nutzbar sind.“

Daniel Frels, Produktmanager Höft & Wessel AG (FHDW-Absolvent): „Diese Fragestellung existiert hier schon lange im Unternehmen, weil das ein immer wiederkehrendes Problem ist. Die Anforderung, die Automaten für eingeschränkte Personen zugänglicher zu machen, wird immer stärker.“

In einem Projektteam aus Entwicklern, Elektrikern, Konstrukteuren und einer Projektleitung entstand dann eine kleine Idee mit großer Wirkung.

Daniel Frels: „Dann haben wir ein eintägiges Brainstorming gemacht, die verrücktesten Ideen durchgespielt. Von springenden Münzen, über Fahrstühle, über was auch immer und sind dann irgendwann zu dem Konsens gekommen, dass so ein Fahrstuhl eigentlich die realistischste Variante ist. Dann sind wir mit dem Wissen, was wir aus dem Studium haben,  ins Detail gegangen.“

Den Einwurfschlitz ein paar Zentimeter nach unten zu bekommen, ist allerdings gar nicht so leicht.

Daniel Frels: „Die schwierigsten Punkte waren im Grunde das Budget, was wir einhalten mussten. Das ist immer eine harte Grenze. Die Verarbeitungsgeschwindigkeit, weil wir ein gewisses Modul nachrüsten. Das darf in der Konsequenz natürlich nicht bedeuten, dass man doppelt so lange vor diesem Automaten steht, weil die Münzen einfach länger transportiert werden müssen. Und die ganze Geschichte musste natürlich auch ohne großen Aufwand in  bestehende Automaten nachrüstbar sein.

Die erste Idee war ein zweiter Einwurfschlitz. Um am Markt Vorreiter zu bleiben, wurde diese kontinuierlich weiterentwickelt. Das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Daniel Frels: „Das hier ist jetzt unsere neue Automatengeneration – der zukünftige Automat, der hoffentlich bald auf vielen Bahnhöfen zu sehen ist. Hier haben wir jetzt, im Gegensatz zu unserem Modul, was wir vorgestellt hatten, keinen zweiten Münzeinwurf vorgesehen, sondern sind wieder auf das Prinzip gegangen: wir bleiben bei einem Münzeinwurf, versuchen aber, ihn möglichst niedrig anzusetzen, damit er erreichbar für eingeschränkte, aber auch für nicht eingeschränkte Personen ist. Versuchen im Gegenzug auch die Ausgabeschale anzuheben, damit alle Bedienelemente etwas weiter zusammenrücken. Darüber hinaus – um es auch Rollstuhlfahrern zu erleichtern – haben wir weiterhin unseren behindertengerechten Sockel. Hier kann man im unteren Bereich sehen, dass der so leicht nach hinten abgesetzt ist, sodass ein Rollstuhlfahrer nicht so leicht mit den Füßen an den Automaten anstößt und auch leichter mit dem Automaten interagieren kann.“

Zweimal im Jahr gehen die Studierenden der FHDW in die Praxisphase. Meistens in einem Unternehmen aus der Region. Ein wichtiger Schritt ins Berufsleben.

Daniel Frels: „Für mich persönlich war es exakt die richtige Entscheidung ein duales Studium zu wählen. Und dieser Aspekt, wirklich sofort das, was man lernt, in gewisser Weise umsetzen zu können, hilft an beiden Stellen. Sowohl im Beruf bei Höft & Wessel, wo ich die Sachen direkt anwenden kann, die ich im Studium gelernt habe. Andererseits hilft es vielleicht sogar noch mehr, dass ich im Studium immer irgendwas aus dem Alltag im Hinterkopf habe, mit dem ich das neu Gelernte verknüpfen kann.“

Mal schauen, was sich unsere Studenten der FHDW in Zukunft noch so einfallen lassen.

Transkript: Fragen zur Praxisphase

Transkript

Mit welchen Unternehmen arbeitet die FHDW zusammen?

Prof. Müller-Siebers: „Wir arbeiten nur mit Firmen zusammen, die im engeren Umkreis Hannovers sind. Es gibt einzelne Ausnahmen, aber die Regel ist, dass wir mit hannoverschen Unternehmen eher zusammen arbeiten. Das hängt damit zusammen, dass wir die Studierenden in Praxisphasen nicht allein lassen wollen. Das heißt, wir wollen eine Betreuung geben. Wir wollen im Hintergrund bereit stehen, wenn es zu Problemen kommt und tatsächlich diese Praxisphase für die Studierenden und für die kooperierenden Unternehmen erfolgreich zu machen.“

Welche Voraussetzungen muss ich für ein Projekt mitbringen?

Prof. Müller-Siebers: „Man merkt in den Projekten selbst, welche Voraussetzungen man mitbringen sollte. Das Wichtigste ist, dass es eben nicht darum geht, schriftliche Ausarbeitungen anzufertigen. Sondern man lernt einfach, dass Projekte nur erfolgreich durchgeführt werden können, wenn man mit anderen Menschen zusammenarbeiten kann. Diese Teamkompetenz erwirbt man vor allem in diesen Projekten.“

Welche Philosophie vertritt die FHDW?

Prof. Müller-Siebers: „Wir verstehen uns als Lehrende eher als Coach unserer Studierenden. Das heißt, wir wollen wegkommen von dem Massenunterricht, von dem Frontalunterricht. Wir wollen die Studierenden, jeden einzelnen Studierenden und jede einzelne Studierende mit ihren Stärken fördern. Diese Stärken sind hinterher der Ausgangspunkt dafür, dass man ein erfolgreiches Profil entwickeln kann.“

Gibt es auch für mich das passende Unternehmen?

Prof. Müller-Siebers: „Wir sind seit 15 Jahren in der hannoverschen Hochschullandschaft. Da haben sich sehr stabile Partnerschaften mit vielen hannoverschen Unternehmen bereits ausgeprägt. Auf diese Partnerschaften können wir immer wieder zugreifen. Das heißt, für gute Studierende, für interessante Projekte haben wir genügend Unternehmenspartner.“