So forscht Hannover transdisziplinär

Wissenschaftslinie: Hochschulen, Labore, Institute - nur eine Station entfernt

Innovative Implantate werden immer wichtiger. In Hannover setzen Forschende aus der Medizin, Natur- und Ingenieurwissenschaft auf Transdisziplinarität. Gemeinsam werden verträgliche und infektionsresistente Implantate für Herz, Kreislauf, Audiologie, Orthopädie und den Dentalbereich entwickelt. Entlang der „Wissenschaftslinie“ und mitten im Forschungsstandort Hannover.

04.09.2017
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Bereitgestellt durch: Landeshauptstadt Hannover

Transkript: So forscht Hannover transdisziplinär

Transkript: So forscht Hannover transdisziplinär

Prof. Dr. Meike Stiesch (Klinik für Zahnärztliche Prothetik und Biomedizinische Werkstoffkunde, Medizinische Hochschule Hannover):  Wir forschen in der Medizin an neuen biomedizinischen Entwicklungen.

Prof. Dr. Mathias Wilhelmi (Kompetenzzentrum für Kardiovaskuläre Implantate, Medizinische Hochschule Hannover):  Versuchen diese an die Schwelle der klinischen Anwendung heranzubringen.

Dr. Iliyana Pepelanova (Institut für Technische Chemie, Leibniz Universität Hannover):  Zum Patienten bringen!

Prof. Dr. Reinhard Mischke (Klinik für Kleintiere, Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover):  In Hannover kann ich das auch optimal umsetzen.

Dr. Iliyana Pepelanova:  Und das alles an einem Standort.

Christian Leibold (Institut für Mikroelektronische Systeme, Leibniz Universität Hannover):  Da alle Projektpartner direkt in Hannover angesiedelt sind.

Prof. Dr. Alexander Heisterkamp (Institut für Quantenoptik, Leibniz Universität Hannover, Laserzentrum Hannover e.V.):  Man lernt viel voneinander.  

Prof. Dr. Mathias Wilhelmi:  Diese multidisziplinäre Umgebung ist sehr reizvoll.

Prof. Dr. Reinhard Mischke:  Wir haben hier ein gutes Know-How.

Dr. Iliyana Pepelanova:  Man kann sich relativ unkompliziert treffen.

Christian Leibold:  Einfach die Bahn nehmen und den Projektpartner besuchen.

Prof. Dr. Alexander Heisterkamp:  Da werden neue Ideen geboren.

Prof. Dr. Reinhard Mischke:  Eine lebenserfüllende Aufgabe.

Prof. Dr. Meike Stiesch:  Forschung die unserem Patienten zu Gute kommt.

Dr. Manfred Elff (Vorstandsvorsitzender Nife):  Hannover zeichnet sich dadurch aus, dass Medizintechnik eine große Tradition hat. Sei es an der Medizinische Hochschule, der Leibniz Universität, der Tierärztliche Hochschule oder dem Laser Zentrum Hannover. Es gibt überall Bereiche in denen sehr substantiell an medizintechnischen Verfahren geforscht wird.

Prof. Dr. Meike Stiesch:  Eine der größten Herausforderungen in der modernen Medizin sind Implantat assoziierte Infektionen. Das sind Infektionen an den Grenzflächen zwischen Implantat und Gewebe: Bakterien lagern sich an Implantat Oberflächen ab und führen so zu Infektionen und Gewebeverlust.

Prof. Dr. Mathias Wilhelmi:  Mit unseren biologischen Prothesen wollen wir dieses Problem mindern. Das erreichen wir zum Beispiel mit hergestellten Blutgefäßen, die besser einheilen.

Prof. Dr. Alexander Heisterkamp:  Es wird ein sehr breites Spektrum an beteiligten Disziplinen benötig. Ein Mediziner kann nicht ganz alleine ein neues künstliches Implantat herstellen.

Prof. Dr. Meike Stiesch:  Diese starke Inter- und Transdisziplinäre Zusammenarbeit ist in Hannover einzigartig. Es macht viel Spaß und führt schneller zum Erfolg.

Prof. Dr. Mathias Wilhelmi:  Wir versuchen vorhandene, aus Kunststoff hergestellte, kardiovaskuläre Implantate besser zu machen, indem wir sie aus biologischen Materialien herstellen. Wir schließen uns mit anderen Wissenschaftlern aus Hannover zusammen, um diese Implantate zu testen. 

Prof. Dr. Reinhard Mischke:  Da wir viel Erfahrung mit Untersuchung von Tierblut haben, nahm Prof. Wilhelmi mit uns Kontakt auf. Es ging darum ein  Ex Vivo  Modell zu entwickeln, mit dem die Thrombosebildung der Gefäßprothesen untersucht werden kann.

Christian Leibold:  Wir als Elektrotechniker beschäftigen uns mit der Erfassung von medizinischen, biologischen und chemischen Daten in einem Bioreaktorsystem. Dieses soll die Umgebung für ein wachsendes Blutgefäß bereitstellen.  

Dr. Iliyana Pepelanova:  Wir sind die Materialentwickler! Wir entwickeln menschliche Proteine die als Träger für die Zellen dienen, aus denen das Implantat besteht.

Prof. Dr. Alexander Heisterkamp:  Wir tragen in erster Linie optische Technologien bei. Mit denen wir die Materialien, Proben oder die Ergebnisse charakterisieren und hochauflösend darstellen können. Das kann man auch Biomaterialtestung nennen. Dies ist eine Laserbasierte Bildgebung die es ermöglicht auf zellulärer und subzellulärer Ebene hinschauen zu können. Wir wollen damit die Prozesse besser verstehen und diese dann auch besser beeinflussen. 

Christian Leibold:  Die Vision vom NIFE, eine Erweiterung der jetzigen Kooperationen aus dem Projekt  Biofabrication for NIFE ist, dass man nicht nur in derselben Stadt angesiedelt ist, sondern im gleichen Gebäude.

Prof. Dr. Mathias Wilhelmi:  Die Tierärztliche Hochschule, Leibniz Universität, Laser Zentrum und die Medizinische Hochschule wollen wir unter ein Dach bringen.

Christian Leibold:  Das wird die interdisziplinare Zusammenarbeit noch weiter fördern.

Dr. Iliyana Pepelanova:  Man hat die Gelegenheit mit den verschiedensten Disziplinen zusammenzuarbeiten.

Dr. Manfred Elff:  Das führt zu ganz erstaunlichen Denkansätzen. 

Prof. Dr. Alexander Heisterkamp:  Man muss von den anderen Disziplinen lernen. Es ist aber auch etwas Spannendes.

Christian Leibold:  Um international mithalten zu können ist diese interdisziplinäre Zusammenarbeit von großer Bedeutung. 

Prof. Dr. Meike Stiesch:  Hier arbeiten Mediziner, Natur- und Ingenieurwissenschaftler auf sehr hohem Niveau…

Dr. Iliyana Pepelanova:  Ich habe sehr viel gelernt und es inspiriert mich sehr.

Prof. Dr. Meike Stiesch:  … und mit extrem großer Begeisterung zusammen.